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seit dem 15.08.2006

 

Wiener Walzer
(3/4-Takt, 58-60 Takte/Min)

Der Wiener Walzer ist der Kaiser unter den Tänzen. Sein Stammbau reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Seine Vorfahren sind unter anderem Volkstänze der Alpenregion. In Preußen wurde er 1794 wegen seiner ausschweifenden „Ungezügeltheit“ verboten, auf dem Wiener Kongress und in den großen Städten wurde er aber zu einem Ausdruck einer modernen und freien Lebenseinstellung und trat damit seinen Siegeszug in den Ballsälen dieser Welt an.
Obwohl er nicht gerade durch besonderen Figurenreichtum besticht, ist er dennoch der schwerste aller Tänze. Das liegt vor allem am pendelartigen, berauschenden Körperschwung der Tänzer, der nie versiegen darf.

 

Langsamer Walzer
(3/4-Takt, 28-30 Takte/Min)

Wenn der Wiener Walzer der Kaiser unter den Tänzen ist, dann ist der Langsame Walzer der Lord. Den Langsamen Walzer, wie wir ihn heute kennen, stammt aus England, daher auch manchmal die Bezeichnung „Englischer Walzer“. Dort wurde er Anfang des letzten Jahrhunderts aus dem amerikanischen „Boston“ entwickelt.
Typisch für den Langsamen Walzer ist das genussvolle Schweben durch den Raum, in wellenartigen Schwüngen, im Wechsel zwischen Heben und Senken. Ein echter Langsamer Walzer braucht Ruhe und Hingabe, wie bei einer typisch englischen „Tea-Time“, bei einem typisch englischen Lord eben.

 

Tango
(2/4-Takt, 31-33 Takte/Min)

Der Tango ist ein wenig der Außenseiter unter den Standardtänzen. Schwung sucht man hier vergebens. Man findet vielmehr scharfe, kantige und schnelle Bewegungen. Man spürt die raue und aggressive Atmosphäre seiner Herkunft, aber auch die damit verbundene, immer wieder aufflammende Leidenschaft. Der Tango hat seinen Ursprung in den Slums und Bordellen von Buenos Aires. In Argentinien ist er bis heute noch in seiner ursprünglichen Form unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens. In Europa wurde er zum Salon-Tango weiterentwickelt und zugegebenermaßen etwas entschärft, sodass der europäische Tango mit dem „Tango Argentino“ nicht mehr viel gemein hat.

 

Slow-Foxtrott
(4/4-Takt, 28-30 Takte/Min)

Oh man, you´ve got that swing! Der Slowfox ist der schwärzeste unter den Tänzen – „cool und lässig“. Er entstand aus der Jazzmusik der amerikanischen Schwarzen und dem Ragtime. Was man als Slowfox-Tänzer vor allem braucht, ist Gelassenheit und das nötige Understatement, um aus den nie stoppenden, raumgreifenden Bewegungen ein wahrhaft faszinierendes, swingendes Erlebnis zu machen.

 

Quickstep
(4/4-Takt, 50-52 Takte/Min)

Wem die Gelassenheit zum Slowfox fehlt, der kann immer noch auf dessen schnellen Bruder, den Quickstep ausweichen. Aber Vorsicht: Fluggefahr! Spritzig und sprunghaft geht’s hier zu. Der Quickstep ist so was wie die Brause auf der Getränkekarte der Standardtänze. Flinke, schnelle Schritte gehören hier ebenso dazu wie die eine oder andere waghalsige Sprungeinlage.
Der Quickstep ist eine Kombination aus den schnellen Schritten des Slowfoxes und einigen Elementen des früher sehr populären Charleston.

 

Samba
(2/4-Takt, 50-52 Takte/Min)

Die Samba ähnelt dem Tanz auf einem Vulkan. Explosiv und voller Lebensfreude bietet sie alles, wofür Südamerika berühmt ist. Heiße Rhythmen, kreisende Hüften und aufreizend dynamische Bewegungen - der Rhythmus im Blut der Tänzer bahnt sich ohne Umwege seinen Weg in jede Faser des tanzenden Körpers.
Die Samba kommt aus Brasilien, wo sie aus alten, kultischen Tänzen der Ureinwohner entstand. Erst nach dem zweiten Weltkrieg setzte sie sich aber als Gesellschaftstanz in Europa durch.

 

Cha Cha Cha
(4/4-Takt, 30-32 Takte/Min)

Der Cha Cha ist der Lausbub unter den lateinamerikanischen Tänzen. Immer ein wenig frech und übermütig für den Herrn, für die Dame steht ein schneller, kleiner und vor allem koketter Flirt im Vordergrund.
Der Cha Cha wurde in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts vom kubanischen Musiker Enrique Jorrin erfunden. Er entwickelte ihn aus dem Mambo. Nach Deutschland kam der Cha Cha Cha 1957 durch die Tanzschulinhaber und Turniertänzer Gerd und Traute Hädrich.

 

Rumba
(4/4-Takt, 25-27 Takte/Min)

Wer eine Rumba tanzt, der durchlebt eine Beziehung im Zeitraffer. Von den ersten schüchternen Blickkontakten, über einen heißen Flirt bis hin zu prickelnder Erotik. Und wie im richtigen Leben gewinnt die Rumba ihren besonderen Reiz aus dem Wechsel zwischen zärtlicher Harmonie, Hingabe und auch schon mal einem handfesten Beziehungskrach. Wie das Spiel zwischen den Geschlechtern ausgeht, das bleibt allein den tanzenden Körpern vorbehalten. Wie auch immer, die Rumba ist und bleibt die Emotionalste unter den Lateinamerikanerinnen.
Die Rumba hat afrokubanische Wurzeln und stammt vom Mambo ab. In den 30er Jahren des 20 Jahrhunderts kam sie über New York nach Europa.

 

Paso Doble
(2/4-Takt, 60-62 Takte/Min)

Stolz und elegant kommt er daher, der Paso Doble, und manchmal auch ein bisschen aggressiv. Seine spanischen Wurzeln sind auf jeden Fall unverkennbar – nicht nur in der Musik. Vor den Augen des Betrachters spielt sich ein Stierkampf ab, indem der Herr den Torero darstellt, die Dame die „Capa“, das rote Tuch des Toreros. Beide gemeinsam lassen sich mit ihren Bewegungen auf dem Parkett auf einen wagemutigen Flirt mit einem imaginären Stier ein.
Typisch für den Paso Doble sind eine hohe Spannung in den Körpern der Tänzer und schnelle, akzentuierte Flamenco-Schritte.

 

Jive
(4/4-Takt, 42-44 Takte/Min)

Der Jive ist bestimmt nichts für Bewegungsmuffel. Er ist einer der vitalsten Tänze, beim dem man in jeder Bewegung der Tänzer deren Ausgelassenheit spüren kann. Selbst den geneigten Betrachter lassen die mitreißenden Rhythmen nur selten unbeteiligt auf dem Stuhl sitzen. Wer hier nicht mitklatscht, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.
Der Jive ist so was wie der Schmelztiegel auf der lateinamerikanischen Landkarte. Er hat viele Vorfahren wie den Blues, den Boogie, den Swing oder den Jitterbug. 1940 kam er im Gepäck amerikanischer Soldaten nach Europa. Er zeichnet sich durch viel Bewegung in den Beinen und flinke Kicks aus.

 

Salsa

Salsa zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Der Tanz macht seinem Namen alle Ehre (dt.: Soße), denn er ist eine Mischung aus verschiedenen Tanzfiguren und Einflüssen, die regional durchaus unterschiedlich getanzt werden. In gewisser Weise ähnelt er der Rumba und dem Cha Cha, die aus ihm entstanden sind. Allerdings ist er sehr viel paarbezogener und wird in engerer Tanzhaltung getanzt. Sofern man überhaupt von einer Tanzhaltung sprechen kann, denn oft wird in Doppelhandhaltung getanzt, in denen die Arme mit wenig Spannung gehalten werden. Wichtig ist nur: immer in Bewegung bleiben, Hüfte und Arme kreisen lassen, dann kommt sehr schnell südamerikanisch ansteckende Lebensfreude auf. Improvisation ist hier alles.

 

Disco-Fox

Böse Zungen behaupten, der Disco Fox sei der Tanz, den man auf alles tanzen kann, aber damit tut man ihm unrecht. Der Disco-Fox ist ein moderner und äußerst beliebter Party- und Modetanz, der sich ständig weiterentwickelt. Ursprünglich entstand er aus dem Boogie Woogie und dem Swing, kombiniert mit Wickelfiguren aus dem Hustle. Mittlerweile greift er aber auch auf das Repertoire der lateinamerikanischen Tänze oder des Tango Argentino zurück. Auf jeden Fall sind dem Einfallsreichtum kreativer Tanzpaare keine Grenzen gesetzt.