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Die Tänze
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Wiener Walzer Der Wiener Walzer ist der Kaiser unter den Tänzen. Sein Stammbau reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Seine Vorfahren sind unter anderem Volkstänze der Alpenregion. In Preußen wurde er 1794 wegen seiner ausschweifenden „Ungezügeltheit“ verboten, auf dem Wiener Kongress und in den großen Städten wurde er aber zu einem Ausdruck einer modernen und freien Lebenseinstellung und trat damit seinen Siegeszug in den Ballsälen dieser Welt an.
Langsamer Walzer Wenn der Wiener Walzer der Kaiser unter den Tänzen ist, dann ist der Langsame Walzer der Lord. Den Langsamen Walzer, wie wir ihn heute kennen, stammt aus England, daher auch manchmal die Bezeichnung „Englischer Walzer“. Dort wurde er Anfang des letzten Jahrhunderts aus dem amerikanischen „Boston“ entwickelt.
Tango Der Tango ist ein wenig der Außenseiter unter den Standardtänzen. Schwung sucht man hier vergebens. Man findet vielmehr scharfe, kantige und schnelle Bewegungen. Man spürt die raue und aggressive Atmosphäre seiner Herkunft, aber auch die damit verbundene, immer wieder aufflammende Leidenschaft. Der Tango hat seinen Ursprung in den Slums und Bordellen von Buenos Aires. In Argentinien ist er bis heute noch in seiner ursprünglichen Form unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens. In Europa wurde er zum Salon-Tango weiterentwickelt und zugegebenermaßen etwas entschärft, sodass der europäische Tango mit dem „Tango Argentino“ nicht mehr viel gemein hat.
Slow-Foxtrott Oh man, you´ve got that swing! Der Slowfox ist der schwärzeste unter den Tänzen – „cool und lässig“. Er entstand aus der Jazzmusik der amerikanischen Schwarzen und dem Ragtime. Was man als Slowfox-Tänzer vor allem braucht, ist Gelassenheit und das nötige Understatement, um aus den nie stoppenden, raumgreifenden Bewegungen ein wahrhaft faszinierendes, swingendes Erlebnis zu machen.
Quickstep Wem die Gelassenheit zum Slowfox fehlt, der kann immer noch auf dessen schnellen Bruder, den Quickstep ausweichen. Aber Vorsicht: Fluggefahr! Spritzig und sprunghaft geht’s hier zu. Der Quickstep ist so was wie die Brause auf der Getränkekarte der Standardtänze. Flinke, schnelle Schritte gehören hier ebenso dazu wie die eine oder andere waghalsige Sprungeinlage.
Samba Die Samba ähnelt dem Tanz auf einem Vulkan. Explosiv und voller Lebensfreude bietet sie alles, wofür Südamerika berühmt ist. Heiße Rhythmen, kreisende Hüften und aufreizend dynamische Bewegungen - der Rhythmus im Blut der Tänzer bahnt sich ohne Umwege seinen Weg in jede Faser des tanzenden Körpers.
Cha Cha Cha Der Cha Cha ist der Lausbub unter den lateinamerikanischen Tänzen. Immer ein wenig frech und übermütig für den Herrn, für die Dame steht ein schneller, kleiner und vor allem koketter Flirt im Vordergrund.
Rumba Wer eine Rumba tanzt, der durchlebt eine Beziehung im Zeitraffer. Von den ersten schüchternen Blickkontakten, über einen heißen Flirt bis hin zu prickelnder Erotik. Und wie im richtigen Leben gewinnt die Rumba ihren besonderen Reiz aus dem Wechsel zwischen zärtlicher Harmonie, Hingabe und auch schon mal einem handfesten Beziehungskrach. Wie das Spiel zwischen den Geschlechtern ausgeht, das bleibt allein den tanzenden Körpern vorbehalten. Wie auch immer, die Rumba ist und bleibt die Emotionalste unter den Lateinamerikanerinnen.
Paso Doble Stolz und elegant kommt er daher, der Paso Doble, und manchmal auch ein bisschen aggressiv. Seine spanischen Wurzeln sind auf jeden Fall unverkennbar – nicht nur in der Musik. Vor den Augen des Betrachters spielt sich ein Stierkampf ab, indem der Herr den Torero darstellt, die Dame die „Capa“, das rote Tuch des Toreros. Beide gemeinsam lassen sich mit ihren Bewegungen auf dem Parkett auf einen wagemutigen Flirt mit einem imaginären Stier ein.
Jive Der Jive ist bestimmt nichts für Bewegungsmuffel. Er ist einer der vitalsten Tänze, beim dem man in jeder Bewegung der Tänzer deren Ausgelassenheit spüren kann. Selbst den geneigten Betrachter lassen die mitreißenden Rhythmen nur selten unbeteiligt auf dem Stuhl sitzen. Wer hier nicht mitklatscht, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.
Salsa Salsa zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Der Tanz macht seinem Namen alle Ehre (dt.: Soße), denn er ist eine Mischung aus verschiedenen Tanzfiguren und Einflüssen, die regional durchaus unterschiedlich getanzt werden. In gewisser Weise ähnelt er der Rumba und dem Cha Cha, die aus ihm entstanden sind. Allerdings ist er sehr viel paarbezogener und wird in engerer Tanzhaltung getanzt. Sofern man überhaupt von einer Tanzhaltung sprechen kann, denn oft wird in Doppelhandhaltung getanzt, in denen die Arme mit wenig Spannung gehalten werden. Wichtig ist nur: immer in Bewegung bleiben, Hüfte und Arme kreisen lassen, dann kommt sehr schnell südamerikanisch ansteckende Lebensfreude auf. Improvisation ist hier alles.
Disco-Fox Böse Zungen behaupten, der Disco Fox sei der Tanz, den man auf alles tanzen kann, aber damit tut man ihm unrecht. Der Disco-Fox ist ein moderner und äußerst beliebter Party- und Modetanz, der sich ständig weiterentwickelt. Ursprünglich entstand er aus dem Boogie Woogie und dem Swing, kombiniert mit Wickelfiguren aus dem Hustle. Mittlerweile greift er aber auch auf das Repertoire der lateinamerikanischen Tänze oder des Tango Argentino zurück. Auf jeden Fall sind dem Einfallsreichtum kreativer Tanzpaare keine Grenzen gesetzt.
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